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Wasserversorgung Ennetbürgen: Gemeinderat informierte über zwei Projekte zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung

29. Oktober 2026

Rund 150 Einwohnerinnen und Einwohner haben sich an der Informationsveranstaltung "Aktuelles aus Ennetbürgen" über die Zukunft der kommunalen Wasserversorgung orientiert. Gemeindepräsident Mario Röthlisberger und Ressortchef Andreas Zimmermann machten dabei deutlich, dass trotz der aktuell einwandfreien Wasserqualität dringender Handlungsbedarf besteht. Die Gemeinde steht vor einer umfassenden Modernisierung der Infrastruktur in der Zone Berg und muss sich zudem aufgrund rechtlicher Vorgaben nach einem neuen Wasserbezugsort umsehen.

Druckzonen-Optimierung soll auch Energieaufwand mindern
Im Zentrum der baulichen Massnahmen steht die Überarbeitung der Generellen Wasserversorgungsplanung (GWP), welche der GWP-Ingenieur Lucas Wagner vorstellte. Der Hauptfokus liegt derzeit in der Zone Berg: Zwei 60 Jahre alte Pumpen sorgen derzeit dafür, dass das Grundwasser von der gemeindeeigenen Wasserfassung auf den Bürgenberg in das Reservoir Honegg gepumpt wird. Für die Verteilung auf die Liegenschaften wird der Druck anschliessend via Ventile künstlich wieder reduziert, was einen enormen Energieverlust verursacht. Bei einer Strommangellage wäre ein Notbetrieb kaum verhältnismässig. Zusätzlich zwingt die Reparaturanfälligkeit zum rechtzeitigen Handeln.

Ein neues Projekt soll Abhilfe schaffen. Die Zone Berg wird in eine Hoch- und eine Niederzone aufgeteilt. Herzstück ist der geplante Neubau des Reservoirs Hasli, das gleichzeitig als Pumpwerk fungieren wird. Die Gesamtkosten für das Projekt werden auf 2.8 Millionen Franken geschätzt, wovon 1.1 Millionen Franken für das Reservoir Hasli. Das fertige Bauprojekt soll bis Ende des Jahres vorliegen, damit die Stimmbevölkerung an der Frühjahrs-Gemeindeversammlung 2027 über den Objektkredit abstimmen kann. Der Baubeginn ist für Herbst 2027 angesetzt.

Aus für die traditionelle Fassung Riedmatt
Ein weiteres Grossprojekt betrifft den künftigen Wasserbezugsort. Wie der Vorsteher des Amtes für Umwelt und Energie des Kantons Nidwalden Fidel Hendry erklärte, bestehen für das bestehende 70 Jahre alte Grundwasserpumpwerk Riedmatt gravierende Nutzungskonflikte in der engeren Schutzzone, darunter die Kantonsstrasse, Wohnhäuser, Kanalisationen und Parkplätze. Der Regierungsrat des Kantons Nidwalden hat den Gemeinderat deshalb beauftragt, die Versorgungssicherheit langfristig und andauernd sicherzustellen.

Suche nach Alternativen auf der Allmend läuft
Nebst einem möglichen Wasserbezug von den Nachbargemeinden Stans oder Beckenried gilt als vielversprechendste Option eine neue Grundwasserfassung auf der Allmend mit eigenem Wasser aus Ennetbürgen. Stephan Spichtig von der Geotest AG erläuterte dazu die bisherigen Abklärungen mittels historischer Unterlagen und Geoelektrik, einem Messverfahren bei dem Strom über Elektroden in den Boden geleitet wird. Auf dieser Basis wurden acht Standorte für weitere Abklärungen definiert. Mittels Versuchsbrunnen, Sondierungen und Pumpversuchen sollen nun Fliessrichtung, Geschwindigkeit und Qualität des Wassers ermittelt werden. Der detaillierte Machbarkeits- und Zeitplan läuft bis 2028, bevor der endgültige Standortentscheid sowie die Planung und Realisierung folgen. Für die anstehenden Bohrungen ist für das Jahr 2027 in der Investitionsrechnung der Spezialfinanzierung Wasserversorgung ein Betrag von 250'000 Franken budgetiert. Vorbehalten bleibt die Zustimmung der Herbst-Gemeindeversammlung.

Gemeinderat nimmt Risiko ernst und handelt
In der anschliessenden Fragerunde zeigten sich einige Bürger skeptisch. Vor allem die einwandfreie Qualität des Grundwassers stellt die rechtliche Wirkung einer Schutzzone in Frage. So ist es zum Teil schwer nachvollziehbar, warum eine funktionierende Wasserfassung aufgrund einer theoretischen Zone nicht mehr betrieben werden soll.

Für den Gemeinderat ist klar, dass eine Schutzzone ein mögliches und ernstzunehmendes Risiko verdeutlicht. Er ist deshalb verpflichtet, die Abklärungen für einen alternativen Wasserbezug voranzutreiben. Insbesondere beim Wasser, welches für die Bevölkerung wohl das wichtigste Gut ist, sind die Auswirkungen unvorstellbar. Eine Verschmutzung des Leitungssystems könnte langjährige Auswirkungen auf die Versorgung des Dorfes haben. So hat kürzlich ein Chemieunfall auf der Kantonsstrasse vor Augen geführt, welche Risiken bestehen. Wäre ein solcher Vorfall bei der Fassung Riedmatt erfolgt, hätte dieser die Wasserversorgung für Jahre unbrauchbar machen können. In diesem Fall würde ein Bezug aus Notverbünden nur für eine kurze Zeit funktionieren. Auch der vergangene trockene Sommer hat bewiesen, dass eine Nachbarhilfe im Notfall an ihre Grenzen stossen würde und ein eigener Wasserbezugsort als sicherere Lösung gilt.

Ennetbürgen, 29. Oktober 2026                                            Gemeinderat Ennetbürgen